Restaurierte Fotos drucken mit 300 dpi
Ein restauriertes Foto auf dem Handybildschirm ist das eine; dasselbe Foto an der Wand ist das, was die meisten eigentlich wollen. Dieser Ratgeber erklärt die Zahlen und die Entscheidungen, damit der Druck so gut wird wie die Datei.
Was 300 dpi bedeutet
Dots per inch gibt an, wie viele Pixel der Datei auf jeden Zoll Papier verteilt werden. Bei 300 dpi wirkt ein Druck auf Armeslänge durchgehend; unter etwa 150 dpi beginnt man Weichheit zu sehen, unter 100 dpi die Pixel selbst. Die druckbare Größe hängt also von der Pixelzahl der Datei ab, nicht von etwas, das das Labor tut. Ein Foto mit 1.200 mal 1.600 Pixeln, wie es viele Handy-Apps liefern, druckt sauber bei etwa 10 mal 13 cm und nicht größer.
Die Rechnung ist einfach: Zentimeter geteilt durch 2,54 ergibt Zoll, Zoll mal 300 ergibt Pixel. Für 30 mal 40 cm sind das 3.543 mal 4.724 Pixel. Für 50 mal 70 cm sind es 5.906 mal 8.268 Pixel. Das sind die Maße der Druckdateien in den Paketen Familienarchiv und Erbstück, erstellt aus 4K- beziehungsweise 8K-Masterdateien.
- 30×40 cm bei 300 dpi = 3543×4724 px
- 50×70 cm bei 300 dpi = 5906×8268 px
- A4 bei 300 dpi = 2480×3508 px
- 10×15 cm bei 300 dpi = 1181×1772 px
Hochskalieren und was es nicht tun darf
Ein alter Abzug, mit 300 dpi gescannt, ist klein: Ein Original von 9 mal 13 cm ergibt etwa 1.060 mal 1.535 Pixel. Um 30 mal 40 cm zu erreichen, muss es mehr als dreifach vergrößert werden. Gewöhnliches Vergrößern macht es weich; das Restaurierungsmodell baut stattdessen die feine Struktur von Haut, Haar und Stoff wieder auf und nutzt dafür das ganze Bild als Referenz. Die Regel, auf die es ankommt: Dabei darf nichts umgeformt werden. Augen bleiben gleich groß, Nasen gleich lang, das Lächeln gleich breit. Das gesichtstreue Hochskalieren in den Paketen ist um diese Vorgabe herum gebaut, und das Korn des Originals bleibt erhalten, statt weggeglättet zu werden.
Welche Datei ins Labor geht
Schicke die Druckdatei, nicht die Masterdatei und nicht die Vorher-Nachher-Karte. Die Druckdatei hat bereits die richtige Pixelgröße für ihr Papierformat, in sRGB, ohne Wasserzeichen. Labore nehmen JPEG an; wenn deins TIFF verlangt, wandeln die meisten auf Anfrage um. Lass das Hochladewerkzeug des Labors das Bild nicht verbessern oder automatisch korrigieren; diese Einstellungen sind für Schnappschüsse gedacht und machen die Tonwertarbeit zunichte. Wenn das Labor ein Seitenverhältnis zur Wahl stellt, nimm das, das zur Datei passt, damit an den Rändern nichts beschnitten wird.
Papier und Oberfläche
Bei einem restaurierten Schwarz-Weiß- oder kolorierten Foto zeigt mattes oder seidenmattes Papier den Ton besser als Hochglanz und spiegelt den Raum nicht. Baumwollpapiere aus dem Fine-Art-Bereich wirken am weichsten und passen zu Porträts; seidenmattes Fotopapier ist die sichere und günstigere Standardwahl. Bitte um einen schmalen Rand statt eines randlosen Drucks; das erleichtert das Rahmen und verhindert, dass der Bildrand beschnitten wird. Wenn das Original sepiafarben war und du darum gebeten hast, das zu behalten, kommt ein warmweißes Papier dem Gefühl des alten Abzugs näher als ein strahlendes Weiß.
Rahmen und Aufhängen
Glas mit UV-Filter verlangsamt das Verblassen, was für kolorierte Drucke ebenso zählt wie für die Originale. Halte den Druck aus direktem Sonnenlicht und von Heizkörpern fern. Ein Passepartout zwischen Glas und Druck verhindert, dass beide in feuchten Räumen aneinanderkleben; genau so sind viele der Originale überhaupt erst beschädigt worden. Wenn du einen Druck von 50 mal 70 cm aufhängst, lass den Rahmenbauer das Passepartout so schneiden, dass ein paar Zentimeter um das Bild bleiben; ein großes Foto eines Gesichts braucht Raum.
Vor der Bestellung prüfen
Öffne die Druckdatei auf dem größten Bildschirm, den du hast, und sieh dir bei 100 Prozent die Augen und die Hände an, denn dorthin wandert auf Papier der Blick des Betrachters. Wenn etwas falsch aussieht, lass es neu erstellen, bevor du den Druck bestellst; Neuerstellungen sind vierzehn Tage lang kostenlos, und die Druckdatei wird aus der Fassung erzeugt, die du wählst. Die Datei neu zu erstellen ist billiger als neu zu drucken.
Kann ich größer als 50×70 cm drucken?
Die 8K-Masterdatei im Paket Erbstück geht mit etwas weniger dpi auch größer, und große Drucke werden aus größerer Entfernung betrachtet. Ab etwa 60×90 cm lass das Labor vorher einen Blick auf die Datei werfen.
Brauche ich ein besonderes Labor?
Nein. Jedes Fotolabor oder jeder Online-Druckdienst, der JPEG-Dateien annimmt, reicht. Schalte die automatische Verbesserung aus und wähle mattes oder seidenmattes Papier.
Warum nicht die Vorher-Nachher-Karte drucken?
Die Karte ist 1080 Pixel breit und für den Handybildschirm gemacht. Auf Papier wäre sie oberhalb der Postkartengröße weich.
Was, wenn der Druck zurückkommt und etwas falsch aussieht?
Lass die Datei neu erstellen, innerhalb von vierzehn Tagen kostenlos, und drucke neu. Wenn es nie aussieht wie sie, wird das Paket vollständig erstattet, auch wenn die Dateien heruntergeladen wurden.