Zerkratzte und gerissene Fotos reparieren

Die meisten Schäden an einem alten Abzug liegen an der Oberfläche, nicht im Bild. Hier erfährst du, was das für die Reparatur bedeutet, was nicht mehr geht und wie du ein beschädigtes Foto in gutem Zustand in die Software bekommst.

Woher die Schäden kommen

Ein Fotoabzug ist eine dünne Bildschicht auf Papier. Kratzer entstehen, wenn andere Abzüge in der Schuhschachtel darüberrutschen, oder durch das Glas eines zu eng sitzenden Rahmens. Knicke kommen aus Geldbörsen und Briefen. Risse beginnen an einer Ecke, die tausendmal angefasst wurde, und fehlende Ecken sind meist der alte Kleber, der nachgab, als die Albumseite abgezogen wurde.

Der Silberspiegel, der metallische Glanz auf dunklen Stellen sehr alter Abzüge, und der Orangestich auf Farbabzügen aus den Siebzigern und Achtzigern sind chemisch, nicht mechanisch: Einmal wandert Silber an die Oberfläche, einmal verblasst eine Farbschicht schneller als die anderen.

Was sich retten lässt

Kratzer, Staub, Flecken und feine Risse quer über ein Gesicht sind der einfachste Fall, weil das Bild links und rechts der Linie der Software genau sagt, was darunter gehört. Knicke verhalten sich genauso: Das Bild ist noch da, nur entlang einer Falte gebrochen, und die beiden Hälften werden zusammengefügt und die umgebende Struktur aufgefüllt. Verblassen und Farbstiche werden korrigiert, indem der Tonwertumfang aus dem wiederaufgebaut wird, was in Schatten und Lichtern erhalten ist.

Ein Riss, bei dem du noch beide Teile hast, ist ebenfalls zu retten. Lege die Teile so dicht wie möglich aneinander, bevor du den Abzug abfotografierst; den Rest erledigt das Restaurierungsmodell und entfernt die Nahtlinie. Klebe die Teile nicht vorne mit Klebeband zusammen und leime sie nicht: Das Klebeband bleibt sichtbar, solange der Abzug existiert, und der Leim verfärbt sich.

Was sich nicht retten lässt

Ein Teil des Bildes, der physisch fehlt, fehlt. Wenn eine Ecke abgerissen ist und dort nur Himmel oder Wand war, verlängert die Software den Hintergrund überzeugend. Wenn an der fehlenden Stelle ein Gesicht oder Hände waren, ist alles, was dort eingesetzt wird, geraten, und wir lassen es lieber unvollständig aussehen, als jemandem Züge zu erfinden. Dasselbe gilt für Wasserflecken, die die Emulsion aufgelöst haben: Der Ton lässt sich angleichen, aber weggespülte Details kommen nicht zurück.

Das ist die ehrliche Grenze zwischen Restaurierung und Erfindung. Bei einem Foto von jemandem, den du gekannt hast, willst du das Erste, nicht das Zweite.

So fotografierst du einen beschädigten Abzug ab

Du brauchst keinen Scanner. Eine Handykamera bei Tageslicht reicht, wenn du ein paar Regeln beachtest. Lege den Abzug auf eine flache, einfarbige Unterlage in Fensternähe, aber nicht in die direkte Sonne, damit das Licht über den ganzen Abzug gleichmäßig ist. Halte das Handy direkt darüber, parallel zum Papier, und fülle den Bildausschnitt mit dem Foto, nur mit einem schmalen Rand. Schalte den Blitz aus. Wenn du einen hellen Glanzfleck siehst, ist das die Spiegelung des Fensters oder einer Lampe; verschiebe den Abzug oder dich selbst, bis er verschwindet.

  • Gleichmäßiges Licht von der Seite, nie Blitz, nie direkte Sonne
  • Handy parallel zum Abzug, Bild ausfüllen, Kanten gerade
  • Keine Spiegelung: bewegen, bis der helle Fleck weg ist
  • Flach: eine Glasscheibe darauf oder einen Tag vorher schwere Bücher
  • Staub mit einem weichen, trockenen Pinsel entfernen, nicht mit einem Tuch und nie feucht

Wenn du einen Scanner hast

Scanne mit 300 dpi, wenn du den Abzug für den Bildschirm restaurieren lassen willst, und mit 600 dpi, wenn du ihn größer als das Original drucken möchtest. Schalte jede automatische Korrektur der Scannersoftware aus und scanne den ganzen Abzug samt Rand. Der Rand ist die sauberste Referenz für das Weiß des Papiers.

So sieht das Ergebnis aus

Das Ziel ist ein Abzug, der aussieht, als hätte er sechzig Jahre in einer Schublade gelegen statt in einer Schuhschachtel: sauber, Korn und Weichheit erhalten, die Person sieht genau aus wie sie selbst. Wenn ein Ergebnis einen Gesichtszug verändert, lass es neu erstellen; vierzehn Tage lang gibt es keine Grenze, und wenn es nie richtig aussieht, bekommst du dein Geld zurück.

Das Foto ist in drei Teile gerissen. Lässt es sich noch reparieren?

Ja, wenn du die Teile hast. Lege sie auf einer flachen Unterlage zusammen, fotografiere sie als ein Bild, und die Nahtlinien werden entfernt. Vorher nicht kleben oder leimen.

Erfindet die Reparatur fehlende Teile eines Gesichts?

Nein. Fehlender Hintergrund wird verlängert; fehlende Gesichtszüge werden nicht erfunden. Wenn ein Gesicht teilweise fehlt, bleibt das Ergebnis ehrlich, und du kannst es neu erstellen lassen oder eine Rückerstattung verlangen.

Soll ich den Abzug vor dem Fotografieren reinigen?

Nur mit einem weichen, trockenen Pinsel. Wasser, Reinigungsmittel oder ein feuchtes Tuch können die Bildschicht vom Papier lösen, und das lässt sich nicht rückgängig machen.

Bleibt das Filmkorn erhalten?

Ja. Das Korn gehört zum Aussehen des Fotos; wer es entfernt, macht aus einer Fotografie ein Gemälde. Kratzer und Staub werden vom Korn unterschieden und für sich entfernt.